Bar oder Kreditkarte? Die Kosten sind gleich für den Handel.

Konsum- & Zahlungsverhalten

18. Juli 2021

Für den Handel spielt es kostenmässig keine Rolle, ob eine Kundin oder ein Kunde mit der Kreditkarte oder bar bezahlt.

Seit Corona hat die Vorliebe für Bargeld im Präsenzgeschäft deutlich abgenommen. Das war nicht immer so. Dabei ist Hygiene bei weitem nicht der einzige Grund, der für das Bezahlen mit Kreditkarte spricht. Auch der Kostenvergleich zeigt, dass «Nur Bares ist Wahres» der digitalen Realität längst nicht mehr standhält.

Was kostet die Kreditkarte?

Richtig ist, dass beim Handel bei Kreditkartenzahlungen Gebühren anfallen. Die Händlerkommission setzt sich aus der Interchange-Fee (Interbankenentgelt), der Scheme-Fee (Kartenorganisationsgebühr) sowie der Acquirer-Fee (Verarbeitungsgebühr) für die Händlerbetreuung zusammen. Sie wird in Prozent des Transaktionsbetrags berechnet und direkt von diesem abgezogen. Der Handel erhält den Nettobetrag gutgeschrieben. Hinzu kommen geringe Fixkosten für den Handel, etwa für Miete oder Kauf sowie Service des Kartenlesegeräts. Der Konsumentin oder dem Konsumenten wird für die Transaktion keine Gebühr belastet.

Die etwas überraschende Erkenntnis: Bargeld ist teuer.

Die Kosten von Bargeld werden tendenziell unterschätzt, weil sie nicht als Monatsbetrag in Rechnung gestellt werden, sondern diskret anfallen: Die Bereitstellung und der Unterhalt von Bankomaten, Geldtransporten, zentralen Geldsammelstellen, Tresoren sowie aufwendigen Sicherheitskonzepten kosten Geld. Und die Kosten steigen mit jedem bar bezahlten Franken an. Geschätzt liegt der Aufwand für die Bargeldbewirtschaftung in der Schweiz pro Jahr bei weit über CHF 2,5 Milliarden pro Jahr. Das entspricht rund CHF 300.– pro Einwohnerin oder Einwohner. Der Aufwand fällt rund zur Hälfte im Handel an – beim Transport, beim Abfüllen und bei der Lagerung des Geldes, für die Versicherung – und zur Hälfte innerhalb der Banken.

Kein Unterschied für den Handel.

Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat berechnet, dass Barzahlungen dem Handel Mehrkosten bescheren von 0,94 % des Kaufbetrags. Die Kosten des Bargeldes flossen massgebend in die Festlegung der Interchange-Fee ein. Die Gebühr wurde durch die WEKO so festgelegt, dass es für den Händler kostenmässig keine Rolle spielen sollte, ob eine Kundin oder ein Kunde bar oder mit der Kreditkarte bezahlt. Ergo: Sie können guten Gewissens mit Ihrer Kreditkarte einkaufen – der Händler, die Volkswirtschaft und hoffentlich auch Sie profitieren!

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